Eine fast schon grenzenlose Neugier und ständiges Ausprobieren in der Kunst eröffnen ihr neue Einsichten, andere malerische Welten. Mit leuchtenden Farbgebungen ebenso wie mit warmen Erdtönen experimentiert AImut Scheperjans in ihren Bildobjekten, die aufgrund ihrer Farbigkeit und den stark ausgeprägten Reliefstrukturen den Betrachter zu fesseln verstehen.

Das Spiel mit den Materialien, die permanente Experimentierfreudigkeit und das Zulassen von Zufälligkeiten schaffen hier eine ästhetische Qualität, die Almut Scheperjans Œuvre eine neue Dimension verleiht, ihre Bilder heraushebt aus den täglichen Seherlebnissen. Dabei benutzt die Künstlerin die unterschiedlichen Materialien, verdichtet die Farbaufträge, verfeinert und inszeniert das Dargebotene, lässt surreale Bezüge erkennen und schafft mit der Zufälligkeit des Entstehungsmoments Materialabdrücke, Frottagen oder Szenarien, die ihre Arbeit derartig vielschichtig und reichhaltig machen.

Almut Scheperjans wurde 1943 in Gelsenkirchen geboren, studierte in Bonn und Essen Medizin; darauf aufbauend ließ sie sich 1981 als Internistin in Duisburg nieder. Seit 1994 zeigt sie in Einzel- und Gruppenausstellungen ihre experimentelle Kunst, und die ersten Ankäufe in privatem ebenso wie in öffentlichem Besitz waren die konsequente Folge.

Gerade das Spiel mit den unterschiedlichen Materialion und die Experimentierfreudigkeit in der Farbkomposition schaffen bei Almut Scheperjans Werken eine neue ästhetische Qualität, die zwar von Zufälligkeiten geprägt wird, doch als Ganzes zu überzeugen versteht.

Prof. Franz Schilke (aus: Kunst + Medizin IV 2003)